DAS SCHLOSS

Erbaut über einer alten gallo-romanischen Siedlung, fehlt es dem Schloss, einer gelungene Mischung aus bodenständigen Landhausstil und Eleganz, nicht an Attraktionen; allein sein Park lohnt den Umweg.

Im Jahr 1442 erwirbt ein reicher Einwohner von Avignon, Guillaume de Damian, die Lehnsherrschaft von Vernègues. Im Jahr 1460 erhält er den Adelstitel durch Charles d´Orléans, Graf von Asti, aus dessen Region die Familie de Damian stammt. Nach dem Erwerb der Lehnsherrschaft bewohnte die Familie das damalige Herrenhaus, Maison Basse, dessen Ausmaße nicht ganz genau bekannt sind; mit Sicherheit stand es an der Stelle des heutigen Schlosses, auf den Resten einer antiken Siedlung, in der Landwirtschaft und Weinbau betrieben wurde. Dies bezeugen archäologische Forschungsergebnisse.

Es scheint, dass das Schloss ursprünglich einen halbbefestigten Ausbau hatte, errichtet mit vier Ecktürmen zwischen dem alten Tempel und dem aktuellen Parkplatz. Nachgewiesen ist, dass das Gebäude von einem Graben umgeben war. In einer Inventarliste der Familie de Damian, datiert zu Beginn des 18. Jahrhunderts, findet sich ein Hinweis auf eine bewegliche Brücke am östlichen Eingang der Anlage.

Auf Grund eines Gerichtsbeschluss wurde 1750 die Lehnsherrschaft durch eine Auktion an Henri Gauthier Poet verkauft, dem Schatzmeister des Staates der Provence. Seine Familie verwaltet die Lehnsherrschaft bis zur französischen Revolution, die sie zur Emigration zwang. In Folge der französischen Revolution wurde die gesamte Lehnsherrschaft verkauft und auf verschiedene Eigentümer aufgeteilt. Bis zum 2. Weltkrieg wurde in Château Bas, wie auf den meisten landwirtschaftlichen Gütern des Mittelmeerraumes, eine gemischte Landwirtschaft mit den Schwerpunkten Getreideanbau, Weinanbau, Olivenanbau und Schafzucht betrieben.

Es gibt zahlreiche Spuren und Hinweise auf diese landwirtschaftlichen Aktivitäten, Pressen aus dem 18. Jahrhundert, Weinfässer, Wiesen, alte Olivenbäume und Stallungen. Heute beherbergt das Schloss mit seiner außergewöhnlichen Umgebung einen renommierten Weinanbaubetrieb, der Sie einlädt, seine Sehenswürdigkeiten zu entdecken, die zu den Schönsten der Region gehören. Auf einem Besichtigungsweg um das Anwesen herum, der auch zum Tempel führt, entdeckt man die Reste eines alten Monolithen und das Gegengewicht einer Presse aus jener Zeit. Auf ihnen sind die Spuren landwirtschaftlicher Geräte zu sehen, die ihren Einsatz über viele Jahrhunderte beweisen.