DER TEMPEL

Die Geschichte von Château Bas beginnt mit der des römischen Tempels, erbaut im 1. Jahrhundert vor J.C. und mit der der Kapelle St. Césaire, geweiht im Jahr 1045, die sich direkt neben dem Tempel befindet.

Der Tempel war Teil einer römischen Siedlung bestehend aus Häusern, Thermen und landwirtschaftlichen Gebäuden. Der halbrunde Tempelinnenraum liegt genau gegenüber einer Wasserquelle, die ohne Zweifel der Grund für die Platzwahl war. Die Überreste lassen uns erahnen, wie das Bauwerk in seinem Originalzustand ausgesehen hat.

Der Tempel wurde im korinthischen Stil erbaut, er musste also zwei Säulenreihen haben, vier Säulen im Vordergrund und zwei dahinterliegende, welche noch heute sichtbar sind. Dahinter befand sich die Cella, der Innenraum, der von vier Pfeilern in den Ecken eingerahmt wurde. Über eine Steintreppe, deren Stufen bis ins 16. Jahrhundert erhalten geblieben waren, gelangte man zum Vorplatz. Dieser Tempel gehört zu einer ersten Generation der korinthischen Tempel, die insbesondere dem Maison Carrée in Nîmes vorangegangen sind. Die kleine Säule, die man oberhalb der Kapelle sieht, ist Teil einer Wandöffnung aus der Merowinger oder Karolinger Zeit, als man wahrscheinlich die Anlage als Kirche genutzt hat.

Die Tempelanlage ist als „Monument Historique“ klassifiziert, sie war wahrscheinlich einer Gottheit des Wassers geweiht, da er sich in der Nähe einer Quelle befindet. Er wird auch römischer Tempel von Château Bas oder Tempel des Maison Basse genannt. Er ist in der ersten Liste der „Monument Historique“ von Frankreich aufgeführt, einer Liste aus dem Jahr 1840, die 1034 Monumente umfasst.

Diese malerische Kulisse macht diesen Ort zu einem der romantischtesten in der ganzen Region. Von den drei Tempelanlagen, die derzeit in Frankreich noch existieren, ist es die einzige, die sich in einer Landschaft befindet.