DIE AUSGRABUNGEN

Vor allem bekannt durch die Besiedlung in der Antike, hat die Gegend um Château Bas auch Spuren aus der hellenistischen Zeit. Eine Untersuchung der Wasserversorgung um den Tempel herum, die Kanalisierung einer karstigen Wasserquelle, spricht für eine Technik hellenistischen Ursprungs, die beweist, dass diese Arbeiten bereits vor der gallo-romanischen Fertigstellung existierten.

Die Einstufung der Tempelruinen als „Monument Historique“ im Jahr 1840 geht auf Prosper Mérimée zurück, Inspektor der historischen Denkmäler von 1834 – 1860. Für viele Jahre blieb der Tempel von Château Bas aber ein Mysterium für die Spezialisten, man war der Ansicht, dass diese Anlage, gebaut in der Nähe einer Wasserquelle, ein einzelnes Heiligtum oder auch ein Heiligtum in Verbindung mit einer großen gallo-romanischen Landvilla gewesen sein soll.

Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Grabungen in der Nähe des Tempels durchgeführt worden, aus dem einfachen Grund, weil sich die Forscher mehr für das Monument selber anstatt für seine Funktion in der Antike interessiert haben. Die ersten größeren archäologischen Untersuchungen wurden im Jahr 1920 durch Jules Formigé durchgeführt. Bei diesen Ausgrabungen konnte die Tempelanlage aus der Vegetation freigelegt werden, aber auch einige Bauten aus der direkten Umgebung, wie die große Mauer, die in einem Halbrund den Innenbezirk des Tempels nach Süden hin abschließt. Dies war der Beginn für ein durchdachtes Forschungsprogramm und gezielte Ausgrabungen durch die Archäologen.

Die Entdeckung einer Grabstätte der Gemeinde des heiligen Césaire während der archäologischen Arbeiten im Rahmen des Neubaus der TGV-Bahnlinie im Jahr 1995, wie auch die Entdeckung einer Dorfstraße beim Bau eines Verbindungsweges zwischen dem Keller und dem Fasslager im Jahr 1999 waren Hinweise einer wirklichen Besiedlung dieser Gegend in der Antike.

Im Jahr 2010 wurde bei einer Grabung in einer Weinparzelle östlich des Tempels ein Handwerksbereich entdeckt, der sich überwiegend der Textilherstellung, dem Weben und dem Färben von Stoffen widmete. Ein wunderbares Dolium* wurde dabei gefunden, das noch vollständig intakt ist und das heute in der Ausstellung des Weingutes bewundert werden kann. *lat. fassförmiges Tongefäß, das zur Lager- und Vorratshaltung verwendet wurde, im Gegensatz zu den Amphoren, die dem Transport dienten. Sie hatten ein Volumen bis 2500 l und dienten der Lagerung von Wein, Öl oder Getreide. Hergestellt wurden sie besonders im westlichen Mittelmeerraum.

Bei Ausgrabungen im Mai 2015 stieß man in einer Weinparzelle nördlich des Kellergebäudes auf Überreste, die auf eine große gallo-romanische Villa hinweisen. Wir warten noch den Bericht der Archäologen ab, um hierüber Gewissheit zu bekommen. Es ist aber offensichtlich, dass noch viele verborgene Schätze an diesem magischen Ort auf ihre Entdeckung warten.